M2.1 // United World College, Den Haag
Titelbild_M2-1_UWC

 

Wintersemester 2014/2015

Prüfer: Univ Prof. Sabine Brück, I.V. Ir. Fred Humblé
Betreuer: Ir. Ing. Bas van der Pol

 

Kontext
Die United World College Bewegung wurde 1962 von dem deutschen Pädagogen Kurt Hahn gegründet. Diese internationale Bildungsbewegung versucht durch Bildung einen Beitrag zum Weltfrieden zu liefern. United World Colleges bringen junge Menschen aus verschiedenen Ländern und Kulturen zusammen um gegenseitiges Verständnis zu schaffen und eine kulturkreisübergreifende Zusammenarbeit zu fördern. Ein akademisches Programm wird kombiniert mit kulturellen Aspekten, physischen Herausforderungen und soziale Dienstleistungsaktivitäten. Darüber hinaus werden in United World Colleges Bildungseinrichtungen mit Studentenwohnungsanlagen räumlich kombiniert.
Seit 1962 sind weltweit 14 United World Colleges gegründet worden. Unter anderem im Vereinigten Königreich, Kanada, Singapur, Süd-Afrika und Costa Rica. In September 2014 werden zwei neue United World Colleges in Freiburg (Deutschland) und Dilijan (Armenien) eröffnet.

Aufgabe
Aufgabengegenstand ist ein neues United World College in Den Haag, Niederlande. Den Haag ist eine historisch sehr bedeutsame Stadt an der niederländischen Nordseeküste. Sie hat einen starken internationalen Charakter. Die Stadt hat eine lange Tradition auf dem Gebiet der internationalen Diplomatie des Friedens und der Gerechtigkeit. In Den Haag haben nicht nur die Niederländische Regierung und viele Ministerien und Botschaften ihren Sitz, sondern eine große Anzahl von renommierten internationalen Institutionen. So sind unter anderem der Internationale Gerichtshof der Vereinten Nationen, Interpol, Eurojust, European Patent Office, die Organisation für das Verbot chemischer Waffen, das Internationales Rotes Kreuz und Amnesty International ansässig. Ein United World College wird sich dementsprechend gut eingliedern in das Internationale Klima von Den Haag.

Programm
Das Programm des United World College besteht aus drei Hauptkomponenten: Schulbereich, Wohnbereich und gemeinschaftliches Aufenthaltsbereich. Dabei wird von einem „pre-university college“ (16-19 jährige) für ungefähr 280 internationale Studenten ausgegangen. Die Studenten werden aus vielen verschiedenen Ländern ausgewählt. Daher ist es nicht außergewöhnlich, unter 100 Studierenden 50 Nationalitäten von allen Kontinenten der Welt anzutreffen.
Der Schulbereich umfasst Klassenräume, Arbeitsräume, Büroräume und gemeinschaftliche Räume. Der Wohnbereich umfasst Studentenwohnungen (individuelle Studentenzimmer) mit zusätzlichen Sanitäranlagen, Küchen und gemeinschaftliche Aufenthaltsräumen. Dies wird mit separaten Unterbringungen für Lehrer und Schuldirektoren ergänzt.
Der gemeinschaftliche Aufenthaltsbereich umfasst Sporträume, Räume für kulturellen Ausdruck (Theater, Partyraum) und Arbeitsräume (Mediathek, Studiensaal).
Angesichts des knappen Budgets ist besondere Aufmerksamkeit auf die Ermöglichung von Mehrfachnutzungen (Nutzungsflexibilität/Multifunktionsräume) zu legen. Wie die Raumgruppen und Einzelräume geschaltet und organisiert werden können ist Teil der Aufgabenstellung.
Ein zusätzlicher essentieller Aspekt dieser Aufgabe ist der Gegensatz zwischen dem offenen, in das städtische Leben eingebettete Programm und der Notwendigkeit zum Schutz der Privatsphäre des Studentenlebens.

Grundstück
Das Grundstück für diese Entwurfsaufgabe liegt in Den Haag, zwischen den Straßen Willem Lodewijklaan und Jan Willem Frisolaan in einem Gebiet das durch viele internationale Institute und Botschaften gekennzeichnet ist. Das Grundstück ist situiert zwischen dem „Worldforum“ (eine Zone mit einem Kongresszentrum, einem Hotel, verschiedenen Museen, architektonischen Ikonen und internationalen Instituten), de Scheveningseweg (die historische Verbindung von Den Haag zur Küstenstadt Scheveningen) und einem ausgestrecktem Grüngebiet das durch die „Scheveningse Boschjes“ und Landgut „Zorgvliet“ gebildet wird.
Das Grundstück besteht aus zwei Teilen: Ein Teil liegt im Grünen, direkt am Scheveningseweg und umfasst ungefähr 8000m2. Das zweite Grundstück liegt an der Johan de Wittlaan, direkt gegenüber dem Hauptzugang für das Worldforum-Gebiet. Auf dem Grundstück wird momentan der Neubau von Eurojust (Mecanoo Architects) geplant. Daher ist das Grundstück als Bauland erschlossen und vollständig unbebaut. Der zweite Teil umfasst ungefähr 12.000m2.
Da das Grundstück in einer alten Dünenlandschaft liegt, besteht der Boden hauptsächlich aus Sand. Demzufolge wird die Vegetation von einem gemischten Bewuchs aus Laubbäumen und Nadelbäumen geprägt.

Methode
Ziel dieser Aufgabe ist die architektonische Entwicklung eines innovativen Campus-Modells mit Bildungsgebäuden und Wohnanlagen. Der neue Campus ist in Bezug auf die angrenzende Stadt städtebaulich einzuordnen. Im Verlauf der Entwurfsbearbeitung sind Teilpunkte des Projektes detailliert auszuarbeiten.
Dieses Projekt beginnt mit der gleichzeitigen Analyse und dem Entwurf der individuellen Studentenzimmer, der Klassenräume und des Gebäudeensembles. Durch die Analyse von Referenzen und architektonische Typologien wird grundsätzliches Wissen aufgebaut. Das erarbeitete Wissen über die spezifischen Gebäudeelemente bildet die Grundlage für die Organisation und Gestaltung der Baukörper und des Campusensembles.
Das erste Semester beginnt demzufolge mit einer intensiven Periode, in welcher Analyse und Entwurf synchronisiert werden. Der erste Teil des Semesters startet mit der Analyse und Entwurf auf der kleinen Maßstabsebene des Studentenzimmers und des Klassenraums. Anschließend wird das Grundstück besucht und analysiert. Der erste Teil des Semesters wird mit der Analyse von städtebaulichen Referenzen: „Das Kloster“, „Das „College“, „Der Campus“ und des Utopisch-Sozialistischen Gebäudeensembles (Stadtviertel) abgeschlossen.
Der zweite Teil des ersten Semesters konzentriert sich auf die Entwicklung eines Masterplans. Dabei spielen Maßstab, Organisation, Brandschutz und die Entwicklung von einer erkennbare Atmosphäre eine wichtige
Rolle.
Im zweiten Semester (Sommersemester 2015) wird der Masterplan räumlich und technisch ausgearbeitet bis zum architektonisch detaillierten Entwurf. Dabei spielen Atmosphäre, Materialität, Details und Bauweise, Bauplanung und Baukosten eine wichtige Rolle.


 

Carolin Schulze Roberg

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