M1 // Hotel an der Belgischen Küste
Titelbild_M1_Hotel

 

Wintersemester 2014/2015

Prüfer: Univ. Prof. Sabine Brück, Professor I.V. Ir. Fred Humblé
Betreuer: Dipl. Ing. Architekt Christoph Helmus, Ir. Ing. Bas van der Pol

 

Übersicht
Entwurf eines Hotels für eine vertikale Baulücke an der belgischen Küste in Blankenberge.
Über die gesamte Uferpromenadenlänge von Blankenberge, einer flämischen Strandstadt der 70km langen Belgischen Küstenlinie, stellt sich der Nordsee eine massive und nahezu geschlossene Wand aus elfgeschossigen Bauvolumen entgegen. Diese sog. „Belgische Wand“ wurde hier teilweise „zweischalig“ als Blockbebauung umgesetzt und hiermit die Zimmer-Verdichtung in unmittelbarer Strandnähe maximiert. Die hieraus folgende Begebenheit, dass nur Bewohner und Eigentümer der Seeseite den Meerblick genießen und die weiteren 50% der Hochhausbewohner sich mit dem Blick ins Landesinnere begnügen, ist struktureller Teil dieser charakteristischen belgische Strandbebauungstypologie. Der Badeort Blankenberge erfreut sich ungebrochen großer Beliebtheit unter Ferienwohnungseigentümern und Urlaubern aus weiten Teilen Belgiens, Hollands und Deutschlands.

Baugrundstück
Im westlichen Teil der „Wand“ befindet sich ein markanter vertikaler Zwischenraum in der vorhandenen Wand aus Zimmern. Die 7,4m schmale und 33m hohe Baulücke durchbricht beide Fassaden der 47m tiefen Blockbebauung. Sie erstreckt sich von der Seeseite (Orientierung Nord-West, Strandpromenade Zeedijk Hausnummer 32) über den Innenblockraum hinweg bis in die landseitige Blockfassade zum Jachthafen (Orientierung Süd-Ost; Franchommelaan Hausnummer 56). Die Baulücke bzw. das Baugrundstück mit einer Gesamtfläche von 350m2 wird auf beiden Fassadenseiten von je zwei bestehenden Gebäuden mit je 11 Geschossen flankiert.

Im ersten Teil der Projektbearbeitung werden im Rahmen von Workshops, Expertenvorträgen und Exkursionen Grundlagen erarbeitet. Ziel ist die Entwicklung und Bestimmung des spezifischen Hotelkonzeptes im Hinblick auf Zielgruppenkonzeption, Raumprogramm und Ausstattungsniveau.

Baufläche und Raumprogramm
Die Baulücke hat insgesamt eine Grundfläche von 350m2. Die Grundflächen der bestehenden Baufelder der Blockrandbebauung an der Nordwestseite und der Südostseite sind jeweils 125m2 groß und werden durch den ca. 100m2 großen Innenhofraum getrennt. Ohne Ausnutzung des Innenhofraums ergibt sich bei 11 Geschossen eine bebaubare BGF von ca. 2.750m2. In welchem Maße und auf welche Weise das Innenblockvolumen in die Entwurfskonzeption einbezogen wird, steht den Entwurfsverfassern offen.
Im Zuge der Raumprogrammkonzeption ist das für die eigentliche Beherbergung erforderliche Grund-Programm (Eingang, Lobby, Gepäcklocker, Backoffice, Hotelzimmer, etc.) durch mindestens einen weiteren „Sonderraumprogrammpunkt“ zu ergänzen. Das Sonderraumprogramm, beispielsweise Schwimmbad, Spa, Konferenz oder Gastronomie, etc., ist im Zuge der Profilkonzeption des Hotels zu entwerfen und festzulegen.

Ausstattungsniveau
Einst schien die Kategorisierung eines Hotels mit einer bestimmten Anzahl von Sternen der allgemein anerkannte objektivierte Bewertungsmaßstab zu sein, ob der Gast deutlich „MEHR“ oder etwas „WENIGER“ von seiner Herberge erwarten durfte. Seit 1926 bewertet der Guide Michelin Restaurants und Hotels mit dem System der differenzierenden Sterne und schuf damit die Grundlage für alle Klassifizierungssysteme der Hotellerie. 1979 führte die Schweizer Hotellerie als erstes Tourismusland eine privatwirtschaftlich organisierte Sternevergabe ein. Die Länderverbände von Österreich, Tschechien, Deutschland, Ungarn, Niederlande, Schweden und der Schweiz haben sich als sog. „Hotel-Stars-Union“ auf eine einheitliche Hotel-Stars-Klassifikation verständigt. Bei 270 standardisierten Bewertungskriterien werden hier insgesamt bis zu 650 Bewertungspunkte vergeben und damit das Sterne-Niveau bestimmt.
Neben den offiziellen Ratings der in anderen europäischen Ländern überall unterschiedlichen Hotelklassifizierungen vergeben heute Reiseveranstalter und Bewertungsportale, Buchungsplattformen und Hotelketten nach ihren eigenen Kriterien Sterne. Die neuen Bewertungsmechanismen der Internetbuchungs-Websites und die veränderten Potentiale der visuellen Profil-Kommunikation über ausdrucksstarke Bilder im Webauftritt haben zahlreiche Hotels dazu bewegt, auf eine Sterne-Klassifizierung zu verzichten. Statt auf statischen Ausstattungsprüflisten (Minibar: Ja/Nein, Rezeption: 14h, 18h oder 24h besetzt, etc.) setzen die Hotels verstärkt darauf, Ihren Kunden einen positiven Ausdruck über gutes Design und Behaglichkeit zu angemessenen Preisen zu vermitteln.

Hotel-Konzept
Für Hotelentwickler ist es immer wichtiger geworden, sich durch ein erkennbares Hotelkonzept sichtbar zu machen und auf dem gesättigten Beherbergungsmarkt von der Konkurrenz abzuheben. Heutzutage sind nicht nur Ort, Qualität und Zimmerausstattung wichtig für Besucher, sondern auch Atmosphäre, Stil und das Angebot von Sonderprogrammen. Diese Entwicklung hat auch Konsequenzen für den Maßstab des Hotels.
Über die vergangenen Jahrzehnte wurden die Hotels tendenziell immer größer. Heutzutage ist es mit „Designhotels“ und „Boutiquehotels“ wieder möglich, mit relativ kleinen und spezialisierten Hotels bei reduziertem aber spezifischem Sonderprogramm einen ausreichenden Umsatz zu generieren. Ohne ein kluges und wirtschaftlich durchdachtes Hotelkonzept kann kein Hotel bestehen. Die Entwicklung eines erkennbares Hotelkonzeptes und damit auch einer architektonischen Aussage und Atmosphäre ist ein grundlegender Teil dieser Aufgabenstellung.

Brandschutz
Brandschutztechnische Parameter beeinflussen in der Gebäudeplanung von der frühen Vorentwurfsphase an maßgeblich den strukturellen Gebäudeentwurf. Die Anforderungen hinsichtlich Brandabschnittseinteilung, Rettungswege, Feuerwehrangriffswege, etc., werden im Rahmen eines Workshops erörtert und sind in der Entwurfskonzeption und -Planung zu berücksichtigen. Grundlage für die Bearbeitung sind die Landesbauordnung NRW (LBO), bzw. die Sonderbauverordnung (SBauVO), welche neben Versammlungsstätten auch Beherbergungsstätten und Hochhäuser abdeckt.

Im zweiten Teil wird der erarbeitete Vorentwurf vertieft und ausgearbeitet. Die Anforderungen an die kurze Bauphase über den Winterzeitraum werden bei der Festlegung der Konstruktionsart und Detaillierung der Ausführungsdetails berücksichtigt. Für drei repräsentative Bereiche (Hotelzimmer inkl. Sanitärzelle und bspw. Eingangsbereich, Sonderprogramm) wird ein Materialkonzept mit Darstellung der Oberflächenausbildung erarbeitet.

Konstruktionsart und Bauablauf
Die Bauerstellung vor Ort muss innerhalb der Nebensaison zwischen September und Mai erfolgen. Die somit vorgegebene Errichtungsdauer ist im Rahmen der Konzeption der Baumaterialisierung (Konstruktionsart, hoher Vorfertigungsgrad von Bauelementen; Konzeption von Fertigteilen bis hin zu vollständig vorgefertigten Sanitärzellen oder Raummodulen) und des Bauablaufs (Baustellenlogistik) zu berücksichtigen.


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Jan Strelzig

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Christina Patt

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Sophie Stöbe

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