M2 // WS19-20 & SS20 RHIZOM

RHIZOM | Räume für ein vernetztes Lernen an der RWTH

“In an age in which people communicate through various media in non-physical spaces, it is the architect’s responsibility to make actual space for physical and direct communication between people.” (Kazuyo Sejima)

Lernen ist im Verständnis einer konstruktivistischen Erkenntnistheorie ein aktiver kreativer ‘Entwurfs-Prozess‘ jedes einzelnen Individuums. Neue Erkenntnisse entstehen in einem modernen universitären Kontext an den Schnittstellen zu den Wissensquellen im wechselseitigen Austausch, im Aufeinandertreffen unterschiedlicher Meinungen, in der Begegnung mit dem Unerwarteten, mit anderen Denkweisen, kurzum: in neuen Formen der sozialen Begegnung bei Wissenserwerb und Wissensproduktion. Denn in einer zunehmend dynamisierten Wissenskultur rücken in der universitären Lehre universell anwendbare Lebensfertigkeiten und Handlungskompetenzen in den Mittelpunkt – kritisches Denken, Kommunikation, Kollaboration und Kreativität.

Wie kann Architektur durch ihre Organisation, durch räumliche, atmosphärische Qualitäten einen Rahmen für ein kreatives Milieu schaffen, in dem vielfältigste, selbstorganisierte und interdisziplinäre Lern- und Forschungsaktivitäten angeregt und unterstützt werden? Derartig dynamisch vernetzte Systeme zur Selbstorganisationen von Vielheit und Heterogenität haben Gilles Deleuze und Felix Guattari 1976/7 als ‘rhizomatisch‘ und als prinzipiell dynamisch-generisch und dadurch als außerordentlich stabile und anpassungsfähige Systeme beschrieben. Angedacht ist ein Bauwerk als Learning-Centre im Vorfeld der Bibliothek, das als akademischer Mittelpunkt eines ‘rhizomatischen‘ Lern- und Forschungs-Netzwerkes RWTH zugleich als identitätsstiftendes Zentrum einer zukunftsorientierten, international bedeutenden Hochschule wirkt.