M2.2 // SS18 // Science and Learningcentre in Amsterdam
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THEMA

Das räumliche Modell des Universitätscampus entstand in Amerika am Ende des 18. Jahrhunderts, als dort die ersten Universitäten gegründet wurde. Wo in Europa die Universitäten oft in den historischen Städten aus dem Klosterstrukturen entstanden sind, fehlte diese räumliche Gegebenheit in der neuen Welt. In Nordamerika gab es reichlich Platz. So wurden Universitäten als eine Gruppe von freistehenden Gebäuden im Grünen geplant. Die qualitativ hochwertige und führende Rolle amerikanischer Universitäten in der Welt trägt zweifellos zum Ruf des Campus als ideales räumliche Modell für den Wissensaustausch bei. In den Städten der Welt, die eine zunehmende Bevölkerungsdichte haben, scheint eine grüne Oase ein sehr attraktives Umfeld für die Gewinnung von Top-Institutionen und Unternehmen zu sein. Aber sind Sie auch ein ideales Umfeld, das die Entwicklung von Wissen und Wissensaustausch fördert? Gegenwärtig findet die meiste Knowledge-Entwicklung in spezialisierten Labors, hinter Computerbildschirm und innerhalb spezialisierter Fachgruppen statt.

Die zentrale Frage der vorliegenden Entwurfsaufgabe ist: Wie kann die Architektur eines Gebäudes aktiv den Aufbau/Entwicklung von Wissen und Wissensaustausch auf einem Campus stimulieren? Welche räumliche und gesellschaftliche Position nimmt dieses Gebäude ein auf einem Campus neben Wissens- und Forschungsnahen Unternehmen und Institutionen?

AUFGABE

Wir nennen ein solches Gebäude ein „Sience and Learningcentre“ und dies sollte das Zentrum des Campus bilden. Es ist der Ort, an dem Studierende, Forscher und Mitarbeiter der verschiedenen Institutionen einander begegnen können und sollen, um einen Austausch zwischen den verschiedenen Disziplinen zu erreichen aber auch zwischen Forschung und Wirtschaft zu etablieren. Es ist der Ort, an dem grenzübergreifende Projekte, Workshops, Experimente stattfinden können. Es ist auch der Ort, an dem Ideen geteilt werden können und Veranstaltungen und Vorträge organisiert werden können. Es ist der Ort, an dem selbständiges und informelles Brainstorming durchgeführt werden kann. Und schliesslich ist es der Ort an dem man sich auch darüber austauschen kann wie „realitätsnah“ die Ideen und Forschungen sind, wie sie sich in das stetige Wachstum von Gesellschaft und Wirtschaft einbringen lassen.

Das Gebäude besteht aus einer großen Anzahl von verschiedenen Räumen, in denen auf verschiedene Arten gearbeitet werden kann und Ideen vorgestellt und ausgetauscht werden können. Die feste Bewohnergruppe besteht aus 50 Studierenden und Forschern aus der Europäischen Abteilung der Singularity University. Sie leben und arbeiten im Gebäude. Ein Teil des Gebäudes ist „privat“ und in der Regel nur für Sie zugänglich, obwohl dieser Teil natrülich im privaten und das heißt kontrollierten Massen für externe Besucher erreichbar ist. Privat ist neben dem Wohnen auch auch der Teil des Lernens und Forschens der eben noch nicht in die Öffentlichkeit getragen werden will. Dieser Teil besteht aus einer Reihe von Räumen, in denen Gruppen in verschiedener Größe zusammen oder einzelen nebeneinander arbeiten können, Bereiche, in denen kleine Gruppen spezifische Eingaben bekommen können (‚ Klassenräume ‚) und einen Raum, eine Art Hangar, in dem große Maschinen und Geräte platziert und verwendet werden können („das Labor“). Zeitweilig können innerhalb dieser Hangar Räume abgeteilt werden.

Der andere Teil des Gebäudes ist nicht nur für diese Gruppe verfügbar, sondern ist eine Verlängerung des umliegenden Campus. Jeder kann das Cafe/Restaurant (‚Mensa’) und die „Lernlandschaft“ zu jeder Zeit für Arbeit und/oder Entspannung verwenden. Es gibt auch eine Reihe von Räumen, in denen Gruppen unterschiedlicher Größen 24 h am Tag zusammen kommen können. Und schließlich gibt es eine Reihe von Räumen für Vorträge und Präsentationen.

Ein großer Teil des Gebäudes ist flexibel nutzbar, das heißt daß sich über einfache intelligente Systeme Räume auch in ihren Grössen anpassen lassen müssen. Dies wirft eine Reihe von technischen Fragen auf deren Lösung Grundlage dieser Raumkonzepte sein wird.

PROGRAMM

4 Klassenräume
2 Auditorien (1 fix, 1 flexibel) für jeweils 120 ca Personen.
1 Lab
1 Lernlandschaft
Gruppenräume in verschieden Größen (6-10 je nach Flexibilitätsgrad)

1 Café/Restaurant mit Bar, Küche und Lieferung und Lagerraumen.
Wohnungen für 50 Erwachsene Studenten/Forscher, inclusive Gemeinschaftsräume.
Toiletten
Lagerraum
Fahrradparkhaus (Intern) für 50 Fahrräder.
Außenräume inklusive Fahrradabstellplätze für 150 Fahrräder.

> Wird weiter Ergänzt mit m2 anzeige.

ORT

Im Zentrum von Amsterdam, in der Nähe des Hauptbahnhofs, existiert ein Ort der ehemals von Seestreitkräften genutzt wurde. Dieser Bereich ist kurzfristig für eine Neuentwicklung verfügbar, weil die Marine beschlossen hat, diese Aktivitäten anderswo fortzusetzen. Obwohl der derzeitigen Entwicklungsplan in vollem Gange ist, gehen wir fiktiv davon aus, dass die Stadt Amsterdam das ehemalige Marinegelände in einen ‚Knowledge Campus’ verwandeln möchte: ein Teil der Stadt, wo innovative Unternehmen, Wissenschaftsinstitutionen und Teile der Universitäten einen neuen Raum besetzen können.

Da Amsterdam, wie viele Städte weltweit, gegenwärtig einem enormen Bevölkerungswachstum gegenübersteht, wird die Gemeinde mindestens 40% des Bauvolumens dem Wohnungsbau widmen. Es ist beabsichtigt, dass ein Großteil der Mitarbeiter der Unternehmen und Institute auch eine Wohnung vor Ort finden sollen, damit hier ein selbständiger kleiner Stadtteil entstehen kann.

Aufgabe:
WS2017-2018_M2-1 Sience and Learningcentre Amsterdam_v20171003_FINAL

Vorstellung:
RWTH_WS2017-2018_Vorstellung Aufgaben WEB

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